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SS-31 (Elamipretid): Das Cardiolipin-zielende mitochondriale Peptid in klinischen Studien

2026-02-09·16 min read
TL

Kurzzusammenfassung

  • Was es ist: SS-31 (Elamipretid, auch bekannt als Bendavia und MTP-131) ist ein synthetisches Tetrapeptid (D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2), das die innere mitochondriale Membran selektiv anvisiert und sich dort durch Bindung an Cardiolipin konzentriert.
  • Mechanismus: SS-31 stabilisiert Cardiolipin-abhängige Proteininteraktionen in der Elektronentransportkette (ETC), optimiert die mitochondriale Bioenergetik, reduziert die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und verhindert die Cardiolipin-Peroxidation.
  • Klinische Entwicklung: Mehrere klinische Studien, darunter Phase 3 für das Barth-Syndrom (eine Cardiolipin-Mangelerkrankung), Phase 2 für Herzinsuffizienz, primäre mitochondriale Myopathie und altersbedingte Makuladegeneration.
  • Barth-Syndrom-Fokus: Verbesserungen im 6-Minuten-Gehtest und kardialem Schlagvolumen bei Barth-Syndrom-Patienten, obwohl die TAZPOWER-Phase-3-Studie den primären Endpunkt nicht erreichte.
  • Status: Nicht FDA-zugelassen. Klinische Entwicklung läuft. Entwickelt von Stealth BioTherapeutics (jetzt Larimar Therapeutics nach Fusion).

Research & educational content only. Peptides discussed in this article are generally not approved by the FDA for human therapeutic use. Information here summarizes preclinical and clinical research for educational purposes. This is not medical advice — consult a qualified healthcare professional before making health decisions.

Nur zu Informationszwecken. Dieser Artikel stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie einen qualifizierten Gesundheitsdienstleister für gesundheitsbezogene Entscheidungen.

Was ist SS-31?

SS-31, klinisch bekannt als Elamipretid und unter Entwicklungsnamen wie Bendavia und MTP-131, ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Sequenz D-Arg-2',6'-Dimethyltyrosin(Dmt)-Lys-Phe-NH2. Es gehört zur Szeto-Schiller (SS)-Peptidserie, entwickelt von Dr. Hazel Szeto und Dr. Peter Schiller, die darauf ausgelegt ist, Mitochondrien selektiv anzuvisieren und sich dort zu konzentrieren – insbesondere an der inneren mitochondrialen Membran (IMM), wo die Elektronentransportkette (ETC) lokalisiert ist.

Was SS-31 unter den mitochondrial-gezielten Verbindungen bemerkenswert macht, ist sein Wirkmechanismus. Anstatt als konventionelles Antioxidans zu fungieren, das ROS nach der Produktion abfängt, adressiert SS-31 mitochondriale Dysfunktion an ihrer Quelle, indem es die Lipidumgebung stabilisiert, in der die ETC operiert. Sein primäres molekulares Ziel ist Cardiolipin, ein einzigartiges Phospholipid, das fast ausschließlich in der IMM vorkommt. Für breiteren Kontext über mitochondriale Peptide, siehe unseren Leitfaden zu mitochondrialen Peptiden.

Eigenschaft Detail
Freiname Elamipretid
Entwicklungsnamen SS-31, Bendavia, MTP-131
Sequenz D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2
Aminosäuren 4 (Tetrapeptid mit nicht-natürlicher Aminosäure Dmt)
Molekulargewicht ~640 Da
Primäres Ziel Cardiolipin auf der inneren mitochondrialen Membran
Mitochondriale Anreicherung ~1.000-5.000-fache Konzentration in Mitochondrien
Entwickler Stealth BioTherapeutics / Larimar Therapeutics
FDA-Status Nicht zugelassen; mehrere klinische Studien abgeschlossen/laufend

Wirkmechanismus

SS-31s Mechanismus ist auf seine Interaktion mit Cardiolipin zentriert, einem Vier-Acyl-Ketten-Phospholipid, das etwa 20 % des IMM-Lipidgehalts ausmacht und unersetzliche Rollen in der mitochondrialen Funktion spielt.

Cardiolipin-Bindung und Stabilisierung

  • Elektrostatisches Targeting: Das alternierende aromatisch-kationische Motiv von SS-31 (Arg-Aromatisch-Lys-Aromatisch) wird durch elektrostatische Wechselwirkungen selektiv zu den anionischen Cardiolipin-Kopfgruppen angezogen, während die aromatischen Reste (Dmt und Phe) in die Lipiddoppelschicht eindringen.
  • Prävention der Cardiolipin-Peroxidation: Durch Bindung an Cardiolipin schützt SS-31 seine mehrfach ungesättigten Acylketten vor oxidativen Schäden durch ROS, die während des Elektronentransports erzeugt werden.
  • ETC-Superkomplex-Stabilisierung: Cardiolipin dient als essentieller Strukturkleber für Elektronentransportketten-Superkomplexe (Respirasome). Durch Aufrechterhaltung der Cardiolipin-Integrität erhält SS-31 die Superkomplex-Zusammensetzung und -funktion.

Bioenergetische Konsequenzen

  • Verbesserte Kopplungseffizienz: Stabilisierte ETC-Superkomplexe zeigen verbesserten Elektronentransfer mit reduziertem Elektronenleck, was zu effizienterer ATP-Produktion und reduzierter ROS-Erzeugung führt.
  • ROS-Quellenreduktion: Anstatt ROS nach der Produktion abzufangen, reduziert SS-31 die ROS-Erzeugung an ihrer primären Quelle – ein grundlegend anderer und potenziell effektiverer Ansatz.
  • Cytochrom-c-Interaktion: SS-31 wurde gezeigt, die Interaktion zwischen Cardiolipin und Cytochrom c zu optimieren und die Umwandlung von Cytochrom c von einem Elektronenträger zu einer Peroxidase zu verhindern – ein Schlüsselereignis im mitochondrialen Apoptoseweg.

Forschung und klinische Studien

Barth-Syndrom (TAZPOWER-Studie)

Das Barth-Syndrom ist eine seltene X-chromosomale Erbkrankheit, die durch Mutationen im Tafazzin-Gen verursacht wird, das für das Cardiolipin-Remodeling essentiell ist. SS-31/Elamipretid stellt eine rationale Therapie für das Barth-Syndrom dar, da es direkt auf die für die Erkrankung zentrale Cardiolipin-Dysfunktion abzielt. Die Phase-2-Studie zeigte Verbesserungen im 6-Minuten-Gehtest, kardialen Schlagvolumen und patientenberichteten Ergebnissen. Die Phase-3-TAZPOWER-Studie erreichte jedoch ihren primären Endpunkt nicht, obwohl sekundäre Endpunkte Trends in Richtung Nutzen zeigten.

Herzinsuffizienz

SS-31 wurde in der Phase-2-PROGRESS-HF-Studie bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) untersucht. Während der primäre Endpunkt nicht erreicht wurde, zeigten Post-hoc-Analysen potenzielle Vorteile in Untergruppen, und die Verbindung zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil.

Primäre mitochondriale Myopathie

Die MMPOWER-Studien evaluierten Elamipretid bei Patienten mit primärer mitochondrialer Myopathie. Die Phase-3-MMPOWER-3-Studie zeigte numerische Verbesserungen, erreichte jedoch keine statistische Signifikanz.

Präklinische Alterungsforschung

Umfangreiche präklinische Forschung hat das Potenzial von SS-31 bei altersbedingten Erkrankungen jenseits genetischer Mitochondrienerkrankungen demonstriert. In gealterten Tiermodellen hat SS-31 die kardiale diastolische Funktion, skelettmuskuläre mitochondriale Energetik, Insulinsensitivität, Nierenfunktion und kognitive Leistung verbessert.

Sicherheit und Verträglichkeit

Über klinische Studien mit mehreren hundert Patienten hat Elamipretid ein im Allgemeinen günstiges Sicherheitsprofil demonstriert. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Injektionsstellenreaktionen (subkutane Verabreichung) – Schmerz, Erythem und Verhärtung an der Injektionsstelle. Keine signifikante Organtoxizität oder dosislimitierenden Nebenwirkungen wurden konsistent berichtet.

Regulatorischer Status

Elamipretid hat die FDA Fast-Track-Bezeichnung und Orphan-Drug-Bezeichnung für das Barth-Syndrom sowie Orphan-Drug-Bezeichnung für primäre mitochondriale Myopathie erhalten. Trotz dieser Bezeichnungen und mehrerer klinischer Studien hat es noch keine FDA-Zulassung für eine Indikation erhalten. Stealth BioTherapeutics fusionierte mit Larimar Therapeutics, das die klinische Entwicklung fortsetzt. Der regulatorische Weg nach vorne bleibt unsicher und hängt von zusätzlichen Studiendaten ab.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Konsultieren Sie immer qualifiziertes medizinisches Fachpersonal, bevor Sie Entscheidungen über die Verwendung von Peptiden oder gesundheitsbezogene Protokolle treffen.

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